​Fünf Jahre JMS – Jugendschutz braucht Verantwortung

 

Der Verein Jugendmedienschutz (JMS) beging sein fünfjähriges Jubiläum mit einer hochkarätig besetzten Fachveranstaltung am 8. Juni 2026 in Wien. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie sehr sich die Medienwelt seit 2021 verändert hat und wie zentral ein wirksamer Jugendmedienschutz heute ist. Seit seiner Gründung hat sich JMS als verlässliche Selbstregulierungseinrichtung etabliert, die klare Standards setzt und ein transparentes System für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im audiovisuellen Bereich sicherstellt.

 

Einordnung: Jugendmedienschutz in einer dynamischen Medienwelt

Kinder und Jugendliche bewegen sich heute selbstverständlich in digitalen Räumen, die sich rasant weiterentwickeln. Plattformen, algorithmische Feeds und KI‑basierte Inhalte prägen ihren Alltag. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Jugendmedienschutz nur dann wirksam sein kann, wenn Verantwortlichkeiten klar geregelt sind und Schutzmechanismen dort greifen, wo junge Menschen tatsächlich unterwegs sind.

Vor diesem Hintergrund hat sich JMS als wichtiger Bestandteil des österreichischen Jugendmedienschutzes etabliert. Durch gemeinsame Standards, transparente Verfahren und die enge Zusammenarbeit mit der KommAustria trägt der Verein dazu bei, dass Jugendschutz im Bereich audiovisueller Medien nicht nur gesetzlich verankert ist, sondern auch praktisch wirksam umgesetzt wird.

 

Eröffnung und politische Akzente

Die Veranstaltung wurde von Martina Hohensinn (KommAustria) und Helga Tieben (JMS‑Vorstandsvorsitzende) eröffnet. Beide betonten die Bedeutung eines funktionierenden Selbstregulierungssystems und die Rolle von JMS als verlässlicher Partner im Jugendmedienschutz, der heute von einer sehr großen Zahl österreichischer Mediendienste anerkannt werde.

Bundesministerin Claudia Bauer, Schirmherrin der Veranstaltung, hob in ihren Begrüßungsworten hervor, wie wichtig es sei, dass Anbieter:innen sich zu verantwortungsvollem Handeln bekennen:

Jugendschutz braucht Anbieter, die Verantwortung übernehmen. Genau das lebt der Verein Jugendmedienschutz seit fünf Jahren vor.

Sie machte zugleich deutlich, dass große Online‑Plattformen künftig stärker in die Pflicht genommen werden müssen – insbesondere dort, wo Kinder und Jugendliche täglich aktiv sind.

Keynote: Zwischen Faszination und Gefahr

In ihrer Keynote zeigte Corinna Milborn, wie sehr digitale Plattformen das Aufwachsen junger Menschen prägen. Sie machte sichtbar, welchen Risiken Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind – von algorithmisch verstärkten Gewalt‑ und Radikalisierungsinhalten bis hin zu KI‑gestützten Manipulationsmechanismen. Ihr Beitrag unterstrich, dass Schutzmaßnahmen nicht nur im regulierten Rundfunkbereich greifen dürfen, sondern vor allem dort, wo Minderjährige heute einen großen Teil ihrer Zeit verbringen: auf Social‑Media‑Plattformen.

 

Paneldiskussion: Was ein moderner Jugendmedienschutz leisten muss

In der anschließenden Diskussion mit Expert:innen aus Wissenschaft, Regulierung, Pädagogik und Praxis wurde deutlich, dass Jugendmedienschutz nur im Zusammenspiel verschiedener Akteur:innen funktionieren kann. Unter der Moderation von Corinna Drumm (VÖP) diskutierten Alice Binder (Universität Wien), Barbara Buchegger (Saferinternet.at), Bernadett Humer (Bundeskanzleramt), Dieter Scharitzer (WU Wien) und Alice Krieger-Schromm (JMS) über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven eines zeitgemäßen Jugendmedienschutzes.

Ein zentrales Ergebnis war die klare Forderung nach mehr Verantwortung der Plattformen. Die Expert:innen betonten, dass große Anbieter:innen verpflichtet werden müssen, Risiken für Minderjährige aktiv zu minimieren und transparente Schutzmechanismen bereitzustellen.

Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass Regulierung und Selbstregulierung einander ergänzen: Während gesetzliche Vorgaben den Rahmen setzen, sorgt ein funktionierendes Selbstregulierungssystem wie das des JMS für praxistaugliche, flexible und wirksame Lösungen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung von Medienkompetenz und Prävention. Pädagogische Begleitung, Aufklärung und die Unterstützung von Erziehungsberechtigten seien unverzichtbar, um junge Menschen in digitalen Räumen zu stärken. Ebenso wurde die Notwendigkeit betont, Transparenz über Funktionsweisen von Plattformen herzustellen – insbesondere über Algorithmen, Meldewege und Moderationsprozesse.

Die Diskussion machte deutlich, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Gleichzeitig herrschte Einigkeit darüber, dass Untätigkeit keine Option ist. Ein moderner Jugendmedienschutz muss kontinuierlich weiterentwickelt werden und alle relevanten Akteur:innen einbeziehen – Politik, Anbieter:innen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

 

FAZIT: Fünf Jahre JMS: Ein funktionierendes System – und neue Aufgaben

Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich: Jugendmedienschutz ist heute wichtiger denn je. Die ersten fünf Jahre von JMS zeigen, dass wirksamer Jugendschutz im audiovisuellen Bereich funktionieren kann, wenn klare Regeln, transparente Verfahren und die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme zusammenkommen. Dieses System der Selbstregulierung hat sich gut etabliert und kann als Best‑Practice‑Beispiel herangezogen werden.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass Kinder und Jugendliche zunehmend in digitalen Räumen unterwegs sind, die bislang nur unzureichend reguliert sind.

Die Diskussionen machten klar, dass ein zeitgemäßer Jugendmedienschutz nur im Zusammenspiel vieler Akteur:innen gelingen kann. JMS wird auch künftig seinen Beitrag im Bereich der audiovisuellen Medien in Österreich leisten. Mit verlässlichen Verfahren und klaren Vorgaben sorgt der Verein dafür, dass junge Menschen in diesem Bereich bestmöglich geschützt werden.

Darüber hinaus wurde deutlich sichtbar, dass Plattformen, Algorithmen und KI-Anwendungen die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen grundlegend verändern. Umso wichtiger ist es, insbesondere große Online‑Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen, um Kindern und Jugendlichen auch in digitalen Umgebungen sichere Rahmenbedingungen zu bieten.

 

Facts and Figures (Stand Juli 2026)

 

  • JMS wird derzeit anerkannt von
    • 107 TV-Sendern und
    • 104 audiovisuellen Abrufdiensten
  • Seit Gründung von JMS sind 18 Beschwerden eingegangen:
    • 8 Mal wurde kein Verstoß festgestellt
    • 4 Mal wurde ein Verstoß festgestellt
    • 5 Beschwerden wurden zurückgewiesen.
    • eine Beschwerde ist aktuell in Bearbeitung

​Verein zur Selbstkontrolle audiovisueller Medienangebote zum Schutz von Minderjährigen
c/o Fachverband Telekom/Rundfunk, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
office@jugendmedienschutz.at, Tel. +43 590900 3241

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